Aktion Aktuelles

Teilnahme an der Demo „Frau. Leben. Freiheit“ (31.01.2026)

Zwei Personen mit Fahnen der Piratenpartei Deutschlands stehen mit weiteren Personen vor dem Hauptbahnhof Hannover.

Thomas Ganskow durfte am 31.01.2026 bei der Demo „Frau. Leben. Freiheit“ den letzten Redebeitrag halten. Hier der Wortlaut des Beitrags – wie immer gilt das gesprochene Wort:

Liebe Freundinnen und Freunde,

vor gerade einmal zwei Wochen stand ich hier und habe über viele Aspekte gesprochen, die mir auf Herz und Seele lagen. Ich werde es nicht wiederholen, auch wenn das allermeiste davon noch Gültigkeit hat. Denn zu viel neues Schreckliches und zu wenig Gutes ist seitdem passiert. 

Das durch das iranische Regime entfesselte Massaker, ist tatsächlich noch schlimmer geworden. Es wird in die Geschichte eingehen als eines der blutigsten Verbrechen gegen das eigene Volk. Tausende sind gefallen – erschossen auf offener Straße, in ihren Häusern, in Krankenhäusern. Dies ist kein Konflikt mehr. Dies ist ein Krieg gegen die Menschlichkeit selbst. 

In Isfahan, Maschhad, Teheran – überall strömen Verletzte in die Kliniken, mit Schusswunden aus scharfer Munition, mit zerfetzten Körpern von Schrotkugeln, mit erstaunlich vielen Verletzungen im Bauch und Gesicht. Und was tut das Regime? Es stürmt die Krankenhäuser! Es verhaftet die Verwundeten direkt aus den Betten! Es bedroht, schlägt und mordet die Ärztinnen und Ärzte, die Krankenschwestern und Sanitäter, die nur eines tun: Leben retten! 

Unabhänge Mediziner werden verschleppt, Chirurgen wie Dr. Alireza Golchini oder Ärztinnen wie Dr. Ameneh Soleimani riskieren die Todesstrafe, nur weil sie ihrem hypokratischen Eid folgen, der leicht zum Todesurteil führen kann. Krankenhäuser werden zu Schlachtfeldern: Türen eingetreten, Personal mit Tränengas und Schlägen überzogen, Ambulanzen zerstört – über 200 Ambulanzen beschädigt, mehr als 50 Notfallstationen lahmgelegt! Eine Krankenschwester berichtet: Sicherheitskräfte stürmen den Hof, während wir mit den Familien der Toten weinen, und drohen: „Wir werden euch Schlimmeres antun!“

Das ist keine Unterdrückung – das ist eine Kampagne der Rache, ein systematischer Versuch, jede Spur von Menschlichkeit auszulöschen! Das Regime will, dass Verletzte sterben, statt behandelt zu werden. Es will Zeugen zum Schweigen bringen. Es will, dass niemand mehr wagt, zu helfen. Dieses barbarische Regime ist sich nicht zu schade, von den Hinterbliebenen neben Geld und Süßigkeiten auch zu verlangen zu unterschreiben, dass die Todesursache eine andere war. Na klar, ein Herzstillstand war schließlich die Folge der Morde.

Überall in den Straßen stapeln sich Leichen in Hallen wie Müll. Folter zwingt zu erzwungenen Geständnissen im Staatsfernsehen. Dies sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit – und sie werden hoffentlich nicht ungesühnt bleiben! 

Doch endlich ein Funke Hoffnung: Am 29. Januar hat die Außenminister der Europäischen Union endlich die Mörderbande der Islamischen Revolutionsgarden offiziell als terroristische Organisation eingestuft! Vermögen eingefroren, jede Unterstützung strafbar! EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte klar: „Unterdrückung darf nicht unbeantwortet bleiben!“ Das ist ein erster, harter Schlag – aber es reicht nicht! Gerade einmal 21 Namen länger ist nun die Liste derer, die mit Sanktionen belegt sind. Aber Tausende Handlanger in den Garden sind herzlich wenig betroffen. Von den Schergen, die vom IS und anderen schon lange auf der Terrorliste stehenden Organisation kommen, ganz abgesehen.

Wir fordern mehr: totale Isolation, weitere Sanktionen, Schutz für das medizinische Personal, Unterstützung für die Opposition! Die Welt darf nicht länger zuschauen, während Tausende sterben! Im ganzen Nordwesten steht das Volk einig. Kein Separatismus, keine Spaltung – nur ein Schrei: Freiheit oder Tod! Mit bloßen Händen gegen Panzer und Gewehre – das ist der Mut, der Geschichte schreibt! 

Und noch ein Wort an die große Politik: Italien hat seinen Botschafter aus der Schweiz abgezogen, weil die nicht wollte, dass sich Italien an der Untersuchung zur Feuerkatastrophe in Crans-Montana am Neujahrstag beteiligt. Wenn Regierungen dies auch gegenüber dem Iran täten, weil dort Menschenrechte eklatant mit Füßen getreten werden, wäre dies ein noch größeres Zeichen, als die Entscheidung zur Terrorlistung der Revolutionsgarden. Wenn man die noch bestehenden Botschaften erhält, dann müssen sie auch eine wirkliche Botschaft aussenden: Nämlich mit der Gewährung von Zuflucht für Verwundete und Verfolgte einen konkreten Gegenpol zum Terrorstaat schaffen. Zugegebenermaßen, eine Forderung auch der CDU auf EU-Ebene. Vielleicht sollten Bundeskanzler Merz und Außenminister Wadephul darauf hören.

In diesem Sinne: Freiheit für den Iran! Jin Jihan Azadi.

Einen Videomitschnitt der Rede kann unter https://tube.xy-space.de/w/fjaE7uoPMr1Lq5P8LrUiCn abgerufen werden (PeerTube, ca. 4:30 Minuten).

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