Aktuelles Pressemitteilung

Leitungsengpässe durch den Ausbau der Stromerzeugung mit konventionellen Kraftwerken

In Deutschland werden Neubauten und Erweiterungen von Übertragungsnetzen oftmals mit dem Schlagwort “Energiewende” begründet. Tatsächlich ist der geplante, aber übertriebene Ausbau der konventionellen Kraftwerksleistung wesentliche Ursache für den Netzausbau. Denn onshore Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen werden in der Regel nicht direkt in die Übertragungsnetze eingespeist, sondern regional und lokal verteilt.

So werden im Netzentwicklungsplan Strom 2012 auch 17 von insgesamt 106 Ausbaumaßnahmen mit dem Zubau an konventioneller Kraftwerksleistung begründet [1]. »Der weitere Ausbau konventioneller Energiequellen ist
nicht nur überflüssig, er steht auch den Zielen der Energiewende entgegen und erzeugt zusätzliche, unnötige Kosten«, so Ylva Meier, Kandidatin der Piratenpartei Niedersachsen für die Landtagswahl 2013. »Wir halten den dezentralen Ausbau regenerativer Stromerzeugung für unabdingbar für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende.«

»Bei Leitungsengpässen sollten vor dem Neubau von Stromtrassen technische Ertüchtigungsmaßnahmen, wie z.B. die Zubeseilung oder der Einsatz von Hochtemperaturseilen, durchgeführt werden, die sich ohne langwierige Planfeststellungsverfahren umsetzen lassen und die die Übertragungsleistung verdoppeln können«, [2] so der Direktkandidat der Piratenpartei Niedersachsen im Wahlkreis Emden/Norden, Dr. Michael Berndt. »Dies gilt auch für die Verteilnetzebene, in die Strom aus regenerativer Stromerzeugung in der Regel eingespeist wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Strom aus Photovoltaikanlagen in der Regel hervorragend die täglichen Stromverbrauchsspitzen von 9.00 bis 16.00 Uhr abdeckt und damit zu einer gleichmäßigeren Grundlasterzeugung mit konventionellen Kraftwerken führt«, so Dr. Berndt weiter.

Obwohl in Deutschland bereits 92 Gigawatt (GW) konventionelle Kraftwerksleistung zur Stromerzeugung installiert sind [3] und die Jahreshöchstlast in den letzten 10 Jahren nicht mehr als 80 GW betrug [4], sollen bis Ende 2014 weitere 4,7 GW an konventioneller Kraftwerksleistung zugebaut werden [5, Stand 03.11.2012]. So sollen z.B. die Kohlekraftwerke von GDF in Wilhelmshaven mit einer Leistung von 0,8 GW in 2013 [6] und von Vattenfall in Hamburg-Moorburg mit 1,6 GW in 2014 [7] in Betrieb genommen werden.

Quellen:

[1]http://www.netzentwicklungsplan.de/content/netzentwicklungsplan-2012-1-entwurf
Kapitel 9 – Anhang Ergebnismaßnahmen und Kostenschätzungen (8.32 MB)
[2] http://www.3m-pressnet.de/3m/opencms/new…_ACCR.html
[3] http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachg…_node.html
[4] http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4117.pdf
[5] http://www.transparency.eex.com/de/daten…20100%20MW
[6] https://www.gdfsuez-energie.de/de/erzeug…helmshaven
[7] http://www.vattenfall.de/de/moorburg/kra…echnik.htm