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Piraten unterstützen Anonymisierungs-Netzwerk Tor

Seit dem 15.09.2013 beteiligt sich die Piratenpartei Niedersachsen mit einem eigenen Server [1][2] am Internet-Anonymisierungsprojekt Tor (The Onion Router) [3]. Dazu stellt sie eine sogenannte Exit-Node zur Verfügung. Mithilfe des ehrenamtlich betriebenen Tor-Projekts können Zensurinfrastrukturen umgangen werden. In Ländern wie China oder Iran bietet dieses Projekt seit Jahren allen Menschen die einzige Chance auf zensurfreies Internet. Aber auch hierzulande schützt es Nutzer vor der Überwachung ihrer Internetaktivitäten.

»Das Internet wird flächendeckend überwacht – das dürfte inzwischen allen klargeworden sein«, sagt Jens-Wolfhard Schicke-Uffmann, Bundestagskandidat der Piratenpartei Niedersachsen. Mit dem Tor-Netzwerk ist es dennoch möglich, Überwachung zu begrenzen und anonyme Verbindungen zu verwenden. »Es gibt so viele legitime Gründe, anonym zu bleiben – da ist es gut, dass die technischen Möglichkeiten dazu existieren. Das fängt an bei Sucht- oder AIDS-Beratung, aber genauso sind Whistleblower und inzwischen leider selbst Journalisten in europäischen Staaten auf anonyme Zugangsmöglichkeiten angewiesen«, fügt Schicke-Uffmann hinzu.

Im Tor-Netzwerk werden alle Anfragen verschlüsselt über mehrere Zwischenstationen geleitet, bis sie das Netzwerk an einer sogenannten Exit-Node verlassen und zum usprünglichen Ziel geschickt werden. So ist es keiner Stelle möglich, sowohl die Quelle als auch das Ziel der Nachricht zu erkennen und der Nutzer bleibt anonym. Die Kommunikation vom Netzwerk zum endgültigen Ziel wird allerdings nicht automatisch verschlüsselt, darum muss sich der Nutzer gesondert kümmern.

Der Betrieb einer Tor-Exit-Node erfordert besonderen Aufwand. Bei ankommenden Missbrauchsmeldungen muss schnell reagiert werden. »Unsere Administratoren sind ehrenamtlich tätig«, führt der Vorsitzende der Piratenpartei Niedersachsen, Kevin Price, aus. »Das Vertrauen in das Netzwerk hängt vom Anteil an vertrauenswürdigen Nodes ab. Gerade an Exit-Nodes mangelt es wegen der mit dem Betrieb verbundenen Risiken oft. Die Arbeit und die Risiken nehmen wir gerne auf uns, um allen Menschen eine einfache, vertrauenswürdige Möglichkeit auf anonymes Internet bereitzustellen.«

Absolute Sicherheit kann aber auch dieses Netzwerk nicht liefern. Jüngste Untersuchungen [4] zeigen, dass selbst Nutzer des Tor-Netzwerks unter bestimmten Umständen identifiziert werden könnten. »Je mehr Personen sich daran beteiligen, desto sicherer wird die Anonymisierung«, so Schicke-Uffmann. »Wir wollen mit unserer Beteiligung am Tor-Netzwerk auch zumindest ideell die Weiterentwicklung noch besserer technischer Lösungen gegen Zensur und Überwachung unterstützen. Nur durch Technik werden wir die Überwachung der meisten Menschen aber letztlich nicht stoppen können. Wir brauchen wieder eine Kultur der Menschenrechte und kein vom Bundesinnenminister Friedrich erfundenes Supergrundrecht auf Sicherheit.«

Die Exit-Node der Piratenpartei Niedersachsen wird dem Tor-Netzwerk monatlich ein Datenvolumen von etwa 5 Terabyte zur Verfügung stellen.