Allgemein Pressemitteilung

Mehr als Diskussionen zu Torfersatzstoffen ist nötig

Mehr als Diskussionen zu Torfersatzstoffen ist nötig.patente-auf-leben

Die Piratenpartei Niedersachsen begrüßt die Gründung des Torfersatzforums durch den Niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer [1]. Die Schäden des Torfabbaus für die Natur und das Klima sind hinlänglich bekannt: Schon 2010 prognostizierte das Bundesamt für Naturschutz: »Werden die Moore weiter im derzeitigen Tempo abgebaut, sind die in Deutschland zum Abbau genehmigten Torfvorräte in spätestens zehn Jahren erschöpft[2].«

Die Piraten bezweifeln jedoch, ob durch das Forum wirkliche Fortschritte erzielt werden. 70 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung wollen sich regelmäßig in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Hannover Ahlem treffen.
Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen forscht bereits seit 30 Jahren an Alternativen zum Torf [3]. 30 Jahre Forschung und kein Wandel, geschweige denn ein Durchbruch: In den 7,5 Mio Kubikmeter Pflanzsubstraten, die jährlich in Deutschland produziert werden, stecken nur 1 Mio Kubikmeter alternativer Stoffe wie Kompost, Holzfaser, Kokosfaser, etc., das sind nur ca. 17% [4].
»Hoffentlich hat das Forum den Ehrgeiz, wirklich etwas zu ändern, und benennt die Eckpunkte, die die Abkehr vom Torf fördern« sagt Annette Berndt, Landesthemenbeauftragte Landwirtschaft der Piratenpartei Niedersachsen.
Für den Hobby-Gärtner sind torffreie Gartenerden längst im Handel. Die Piraten halten es aber auch für wichtig darüber aufzuklären, dass die Verwendung von Torf im Garten nicht sinnvoll ist und die Alternativen bekannt zu machen: Nach einer Umfrage vor einem Gartencenter musste der BUND feststellen, dass nur für 11 von 140 Befragten die Torffreiheit der Blumenerde ein wichtiges Kaufkriterium ist [5].
»War und ist es also richtig, die Verbreitung des Wissens über Torf und Moore und die Bedeutung für Natur und Klima allein den Umweltverbänden zu überlassen [6]?
„Über Vorgaben zur „Torffreiheit“ im Beschaffungs- und Auftragswesen könnte auch die Landesregierung ihren Worten konkrete Taten folgen lassen.« so Berndt weiter.
Quellen: