Felicitas Steinhoff

Felicitas Steinhoff
Felicitas Steinhoff
Wohnort: Hildesheim
Email: lilysteinhoff@piraten-nds.de
Twitter: @lilysteinhoff
Beruf: MA International Relations
Blog: https://lilysteinhoff.piraten-nds.de/ 

„Das Problem der Politikverdrossenheit ist längst global. Ich erlebte das in Marokko, und vor allem während der Occupy Proteste in Boston. Auch in Deutschland gehen immer weniger Menschen wählen, weil sie das Gefühl haben, den Politikern geht es nur noch um ihre eigenen Interessen und die der Wirtschaft. Alle vier Jahre wird uns dann wieder das Blaue vom Himmel versprochen, und hinterher werden Armutsberichte geschönt, unsere Privatsphäre einer Politik der Panikmache und Paranoia geopfert, und faule Kompromisse als alternativlos hingestellt. Innovation? Fehlanzeige. Mut? Lieber wird an Stellschrauben etwas gedreht, damit es bis zur nächsten Wahl noch hält. Politiker sind laut Umfragen so unglaubwürdig wie nie zuvor. Beispiele für Klüngelei zwischen Politik und Wirtschaft gibt es aus fast allen Parteien und auf allen politischen Ebenen. Deutschland blockiert hierzulande seit acht Jahren die Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption, obwohl wir bei entwicklungspolitischen Partnerländern darauf pochen.
Jährlich gehen Millionen Steuergelder an Entwicklungsprojekte und parteipolitische Stiftungen im Ausland. In punkto Nachvollziehbarkeit der Verwendung dieser Gelder, liegt Deutschland international allerdings weit zurück. Die inhaltlichen Auswertungen und Daten der Projekte sind nur dezentral zu finden, was einen enormen Rechercheaufwand für interessierte Organisationen und Bürger bedeutet. Das trägt auch dazu bei, dass Aktive in den Partnerländern von unseren entwicklungspolitischen Wissen und Erfahrungen praktisch ausgeschlossen sind. Das ist peinlich, besonders wenn sich einige Politiker mit unseren Verdiensten in der Welt brüsten. Es geht auch anders: Veröffentlichungsformate, wie das der International Aid Transparency Initiative (IATI), Open Access und Open Data, können das ändern und endlich Nachvollziehbarkeit bei Geldverteilung und Effektivität der Projekte herstellen. Nur so können wir eine objektive Auswertung unserer Entwicklungshilfe erst ermöglichen. Ich will in den Bundestag, um endlich die Nachvollziehbarkeit und Öffentlichkeit der deutschen Entwicklungshilfe herzustellen.“